Was abgeben, was loslassen, was Gott übergeben
Hingabe ist nicht einmal passiert und dann abgehakt. Hingabe ist jeden Tag neu. Wir nehmen unser Leben zurück in die Hand — Gott möchte es jeden Tag wieder in seine Hand legen dürfen.
Paulus nennt das vernünftiger Gottesdienst:
“Ich ermahne euch nun, ihr Brüder, kraft der Barmherzigkeit Gottes, daß ihr eure Leiber darbringet als ein lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Opfer: das sei euer vernünftiger Gottesdienst!” — Römer 12,1
Dieser Flow geht mit dir durch verschiedene Bereiche deines Lebens. Halt bei jedem Schritt kurz inne. Gib ab, was du festhältst.
Beginn bei den Augen. Was schaust du an — Bildschirme, Menschen, die Stadt, dich selbst im Spiegel? Alles, was du dir reinziehst, prägt dich.
Bitte Gott: Herr, nimm meine Augen. Zeig mir, wo du wirkst. Bewahre mich vor dem, was mich leer macht.
Wenn dir konkret etwas in den Sinn kommt — ein Feed, eine App, eine Gewohnheit — sag es ihm. Hingabe wird konkret, sonst wird sie nichts.
Stimmen formen dich. Welche hörst du?
Podcasts, Musik, Gespräche, Stimmen im eigenen Kopf. Nicht alles ist schlecht — aber manches zieht dich von Gott weg, ohne dass du es merkst.
Bete: Herr, nimm meine Ohren. Schärfe mein Gehör für deine Stimme. Hilf mir, lauter auf dich zu hören als auf den Lärm.
Die Gedanken sind das schwerste Gelände. Da, wo niemand zuschaut. Da, wo du Recht haben willst, wo du dich selbst klein machst, wo du Dinge durchspielst, die besser nicht passieren sollten.
“Und passet euch nicht diesem Weltlauf an, sondern verändert euer Wesen durch die Erneuerung eures Sinnes…” — Römer 12,2
Bete: Herr, nimm meine Gedanken. Die hellen und die dunklen. Erneuere, wie ich denke — über mich, über andere, über dich.
Worte haben Gewicht. Sie bauen auf oder reissen nieder — andere und dich selbst.
Denk an deine letzten 24 Stunden. Was hast du gesagt? Was hast du gepostet, getippt, gedacht und halb ausgesprochen?
Gib Gott deine Sprache. Bitte um Worte, die heilen, nicht verletzen. Bitte um Mut zu schweigen, wo schweigen besser ist. Bitte um Mut zu reden, wo Wahrheit dran ist.
Hände, Füsse, Zeit, Geld. Die Bereiche, in denen dein Glaube sichtbar wird oder unsichtbar bleibt.
Nimm konkret einen Bereich, den du heute Gott übergeben möchtest. Deine Arbeit? Eine Beziehung? Deine Finanzen? Deine Freizeit?
Bete: Herr, hier bin ich. Nimm, was ich habe. Mach daraus, was du willst.
Zum Schluss die schwierigste Hingabe: die Bereiche, wo du nicht loslassen willst. Die alten Wunden, die Bitterkeit, die du berechtigt findest, die Pläne, die du unbedingt durchziehen willst.
“Wandelt im Geist, so werdet ihr die Lüste des Fleisches nicht vollbringen.” — Galater 5,16
Sag Gott ehrlich, wo du Widerstand spürst. Er kennt es sowieso. Bitte ihn nicht nur, dir etwas wegzunehmen — bitte ihn, dich wollen zu lassen, was er will.
Das ist Hingabe: nicht einmal alles abgeben, sondern jeden Tag wieder zu ihm kommen und sagen: Ich gehöre dir.
Amen.